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Ärztlicher Notdienst

Einheitliche Nummer für ärztlichen Notdienst

Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist ab dem 16. April in fast allen Bundesländern unter einer einheitlichen, kostenlosen Telefonnummer zu erreichen, und zwar unter der 116 117. Das hat das Bundesgesundheitsministerium heute angekündigt. Die ärztliche Hotline ist für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Situationen außerhalb der Praxis-Öffnungszeiten gedacht, zum Beispiel hohes Fieber am Wochenende oder nächtliche Magenverstimmungen. Bei schweren Notfällen wie bei Herzinfarkt und Ohnmacht muss weiterhin die 112 angerufen werden.

Unter der 116 117 wird der Anrufer automatisch an den zuständigen Bereitschaftsdienst, also direkt an einen Arzt weitergeleitet. Bislang existiert hier eine Vielzahl unterschiedlicher Telefonnummern. Alle örtlichen Bereitschaftsdienstnummern bleiben zunächst weiter aktiv.

Scheitert die automatische Vermittlung direkt an einen Arzt, erreicht der Anrufer ein Servicecenter mit medizinisch geschultem Personal. Das Personal hilft, die Beschwerden einzuschätzen und vermittelt den Anrufer dementsprechend an einen lokalen Arzt oder schickt einen Notarzt.

Die 116 117 ist zunächst nur in Deutschland zu erreichen, mit Ausnahme von Baden-Württemberg, dem Saarland sowie Teilen von Rheinland-Pfalz und Hessen. Diese Regionen sollen folgen. Bis dahin erreichen die Einwohner dort den zuständigen Dienst über die alten lokalen Nummern. In Zukunft soll die 116 117 im gesamten EU-Raum zum ärztlichen Bereitschaftsdienst führen. Der Anruf ist sowohl vom Festnetz als auch vom Mobiltelefon aus kostenlos. (db)

Bochum. Die Reform der kassenärztlichen Vereinigung greift zum 1. Februar 2011. Dann ist der Ärztliche Notdienst unter der zentralen Nummer 0180 50 44 100 zu erreichen. Was die Mediziner entlasten soll, könnte für die Patienten längere Wartezeiten bedeuten.

In ländlichen Regionen, inzwischen aber auch in manchen Stadtteilen mangelt es an Hausärzten. Das Problem wird sich weiter verschärfen: Jeder vierte Hausarzt ist über 60 Jahre alt, ausreichender Nachwuchs nicht in Sicht.

„Bereits heute stoßen viele niedergelassene Ärzte bei der Aufrechterhaltung des Notdienstes an ihre Leistungsgrenzen. 20 bis 30 Dienste pro Jahr sind die Regel“, schildert Christopher Schneider, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Ein neuer Zuschnitt soll Abhilfe schaffen. Die demnächst 32 Bezirke wurden städteübergreifend erweitert. Die Dienste können so unter mehr Ärzten aufgeteilt werden. „Künftig fallen nur noch fünf bis sechs Dienste pro Jahr an“, rechnet die KVWL vor.

Weil sich die Einsatzgebiete vergrößern, verlängern sich die Anfahrtswege zu den Hilfesuchenden. Auch in - mit der Reform geteilten - Bochum und Umgebung müssen die Notdienst-Ärzte beachtliche Strecken zurücklegen:Der neue Bezirk 20 umfasst neben Bochum-Mitte, -Nord und -Ost auch die Städte Herne und Castrop-Rauxel. Zum Bezirk 24 gehören neben Bochum-Süd, -Südwest und Wattenscheid auch weite Teile des Ennepe-Ruhr-Kreises und Hagen. Immerhin: „Der diensthabende Arzt wird im Fahrdienst künftig von einem Fahrer zu den Notfall-Hausbesuchen gebracht“, teilt die KVWL mit.

Geschultes Team hilft dreifach
Die Bezirke sind nur für die Ärzte relevant. „Für die Bürger bestehen keine ,Zuständigkeiten’, betont die KVWL. Für alle gilt ab 1. Februar die Notfallnummer 0180 50 44 100. Sie ist werktags von 18 bis 8 Uhr, Mittwoch- und Freitagnachmittag von 13 bis 8 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 8 bis 8 Uhr ge-schaltet. Die Anrufer landen in der Zentrale der Kassenärztlichen Vereinigung in Duisburg. Ein (so die KVWL) medizinisch geschultes Team hilft dreifach. Die Mitarbeiter nehmen Anfragen nach Hausbesuchen entgegen und leiten den diensthabenden Arzt zum Einsatzort, geben Auskunft über die Adresse und Öffnungszeiten der nächstgelegenen Notfallpraxis (in Bochum im St. Josef-Hospital, Gudrunstraße) und informieren über den augen-, kinderärztlichen- und HNO-Notdienst, der zwar weiterhin von den Fachärzten vor Ort organisiert, aber an die zentrale Notfallnummer angeschlossen wird.

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