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Bergbauwanderweg

Der Höntrop/Eppendorfer Bergbauwanderweg

Die Geschichte des frühen untertätigen Bergbaus in Höntrop und Eppendorf aufzuzeigen, ist das Anliegen des Heimat- und Bürgervereins Wattenscheid e. V.
Aus diesem Grunde wurde ein Bergbauwanderweg geplant, gestaltet und eingerichtet. Er wurde im Oktober 1992 der Öffentlichkeit übergeben.


Foto:ES

Die Ruhrkohle AG bewertete diesen Bergbauwanderweg als eine geschichtlich wichtige Maßnahme und unterstützte den Ausbau. Von der Revierarbeitsgemeinschaft für kulturelle Bergmannsbetreuung (REVAG, Herne) wurden alle Informationstafeln gestaltet. Helmut Laser fertigte hierfür nach alten Fotos die Zeichnungsunterlagen.
Außerdem wurde das Projekt durch die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege gefördert.

Zur Eröffnungsveranstaltung des Bergbauwanderweges in der Aula der Höntroper Realschule im Oktober 1992 zeigten etwa 300 Teilnehmer, welch großes öffentliche Interesse der neue Bergbauwanderweg gefunden hatte. Das Blasorchester Günnigfeld (ehemaliges Werksorchester der Zeche Hannover-Hannibal) gab der Eröffnung einen ansprechenden Rahmen.
Der Vorsitzende des Heimat- und Bürgervereins Carl-Friedrich Beckmann konnte neben den zahlreich erschienenen Wattenscheider Bürgern ganz besonders die Vorsteherin der Wattenscheider


Bergbaustein Dieser Stein diente der Seilscheibenverankerung des Schachtes Hektor Foto:ES

Bezirksvertretung, Vertreter der Ruhrkohle AG, der Nordrhein-Westfalen Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, der Fachhochschule Agricola und der Montan-Technologie begrüßen und sich für die freundliche Unterstützung und großzügige Förderung bedanken.
Er wies noch einmal auf die Bedeutung Wattenscheids als alte Bergbaustadt des Ruhrgebietes hin. Seit über 200 Jahren wurde in Höntrop und Eppendorf im industriellen Maßstab Kohle gefördert. Hier sind die eigentlichen Ursprünge, hier im Einflussbereich des Ruhrtals, wo die Flöze bis an die Oberfläche reichten, stand die Wiege des Bergbaus.
Der Bergbau ist in unserem Gebiet zwar verschwunden, aber zum Selbstverständnis einer Region gehört es, die Zeugen der wirtschaftlichen Vergangenheit sichtbar zu machen und sie der Nachwelt zu bewahren. Der Heimat- und Bürgerverein, der der Tradition und der geschichtlichen Entwicklung verpflichtet ist, hat diese Aufgabe angenommen und den Bergbauwanderweg eingerichtet. Es ist zu hoffen, dass er als Erinnerung an die Wattenscheider Bergbauzeit lange erhalten bleibt.
Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich C.-F. Beckmann in ganz besonderem Maße für die Einrichtung dieses Wanderweges eingesetzt und durch sein intensives Mitwirken erheblich zur Verwirklichung des Projektes beigetragen.

Der Bergbauwanderweg

Die Anregung zu diesem Bergbauwanderweg gab Gerhard Lutter. Er war familiär bedingt mit dem Bergbau eng verbunden und hat sich schon früh mit noch verbliebenen Relikten der Stollen und Zechen in der näheren Umgebung beschäftigt. Dabei entstand seine Idee, die Bergbaugeschichte dieses eng begrenzten Raumes in Form eines Wanderweges darzustellen.
Im April 1990 hat der Heimat- und Bürgerverein aufgrund dieses Vorschlages den Arbeitskreis "Bergbauwanderweg" eingerichtet.


Schützen/Husackerstraße Historischer Bergbauwanderweg Foto:ES

Es war das Bestreben einiger fachlich auf die Belange das Bergbaus ausgerichteten Mitglieder, in fundierter Weise alle Fakten zusammenzutragen, die es ermöglichten, den geschichtlichen Werdegang des Bergbaus in Eppendorf und Höntrop - also unserer engeren Heimat - aufzuzeigen.
Die allgemein zugänglichen und bekannten Unterlagen zur Bergbaugeschichte im Wattenscheider Süden haben trotz ihres Umfanges noch Lücken. Deshalb mussten auch bisher noch nicht ausgewertete Archive herangezogen werden, was bekanntlich mit großem Aufwand und zahlreichen Schwierigkeiten verbunden ist. Die intensiven Bemühungen ermöglichte es jedoch, den bei der Gründung des Arbeitskreises gefassten Entschluss verwirklichen zu können.

Umgestaltung des Landschaftsbildes durch den Bergbau
Die Industrialisierung der einst ländlichen Region verursachte eine solch gravierende Umgestaltung des Landschaftsbildes, dass es geradezu notwendig ist, dieses lokale Geschehen der letzten Jahrhunderte allen Bürgern - vor allem der Jugend - in geeigneter Weise vor Augen zu führen. Jeder Betrachter soll nicht nur ein Stück Heimatgeschichte kennen lernen, sondern sich auch bewusst werden, in welcher Form die Entwicklung unserer Region durch die Umstrukturierung von einer rein landwirtschaftlich genutzten Ortschaft in ein industriell ausgerichtetes Gemeinwesen beeinflusst worden ist. Die Bergbaugeschichte - bei vielen fast schon vergessen - soll auf diese Weise lebendig erhalten bleiben. Wir sind sicher, dass diese heimatkundliche Anlage nicht nur den heimischen Bürgern, sondern auch den Schulen und vielen anderen interessierten Kreisen von Nutzen sein wird.
Im Wattenscheider Süden hat ein bemerkenswertes Teilstück der industriellen Entwicklung des Ruhrreviers stattgefunden.

Wer jedoch erwartet, beim Gang über den Bergbauwanderweg Industrie-Denkmale vorzufinden, der wird leider enttäuscht. Von den Baulichkeiten des früheren Bergbaus ist bedauerlicherweise nur noch sehr wenig vorhanden. Der Aufwand für die Restaurierung der Überbleibsel und die Beseitigung der dabei auftretenden Schwierigkeiten wären außerdem nicht vertretbar. Umso wichtiger ist es aber, die Stellen aufzuzeigen, wo sich einst Stollen, Schächte und Tagesanlagen befunden haben. Das geschieht durch Informationstafeln, deren Texte, Abbildungen und grafischen Darstellungen die örtlichen Verhältnisse sowie die Entwicklungsstufen des Kohleabbaus aufzeigen.


Stein aus dem Mauerwerk eines Schachtes Dieser Stein diente der Seilscheibenverankerung des Schachtes Hektor. Foto:ES

Dadurch wird die Erinnerung an die Bergbaugeschichte wachgehalten und der aufmerksame Betrachter gewinnt so einen kleinen Einblick, wie es - nach dem Kohleabgraben an der Oberfläche - mit dem ersten kleinen Stollen "Storksbank" angefangen und sich dann über kleine und schon größere Schächte bis zur großen Schachtanlage "Engelsburg" weiterentwickelt hat.
Es ist ein glücklicher Zufall, dass dieser mehr als 200 Jahre reichende Entwicklungsgang trotz des nur sehr kleinen Raumes in Höntrop und


Zechengebäude Schacht ,,Hector" Author: Maschinenjunge

Eppendorf in seinem vollen Umfang demonstriert werden kann. Außerdem erlaubte es die günstige Lage der alten Zechenbauwerke, dass die Wegstrecke in Form eines Rundweges angelegt werden konnte und zudem durch ein landwirtschaftlich reizvolles Gebiet führt - also auch der Freizeitgestaltung dienlich sein kann.

Der knapp fünf Kilometer lange Bergbauwanderweg umfasst 14 Informationstafeln. An dem günstig gelegenen Beginn, dem Parkplatz an der Realschule Höntrop, steht eine Übersichtstafel, die den ersten Eindruck vom gesamten erschlossenen Landschafts-Komplex gibt.


Übersichtstafel an der Realschule Höntrop

Übersichtsplan/Übersichtstafeln

Tafel 1: Standort Realschule Höntrop;
Tafel 2: Maria Anna und Steinbank Schacht 4;
Tafel 3:Stollen Storksbank;Tafel 4: Bahn;
Tafel 5: Zeche Engelsburg;
Tafel 6: Pferdebahn ;
Tafel 7: Schacht Hector; Tafel 8: Maschinenschacht
Tafel 9: Oberstollen Storksbank;
Tafel 10: Zechenbahn- Brücke
Tafel 11:Geologie im Wattenscheider Raum;
Tafel 12:Bergehalde Schacht 3;
Tafel 13:Maria Anna und Schacht 3
Tafel 14:Villa Baare



Übersichtstafel über alle Übersichtstafeln Foto:ES

Immer wieder werden die Übersichtstafeln mutwillig beschädigt! Siehe Bericht

Bergbauwanderweg

Bergbauwanderweg mit den Standorten der Informationstafeln

LINKS:http://de.wikipedia.org/wiki/Zeche_Vereinigte_Engelsburg
Bilder: Mit freundlicher Genehmigung von H.Ströver "www.der-Foerderturm.de" Die Zeche Engelsburg wurde stillgelegt. Heute befindet sich auf dem Gelände der Wagenpark der Bochum-Gelsenkirchener-Straßenbahn (BOGESTRA). http://www.bochumer-bunker.de/engelsburg.html
Ehemaliges Gelände der Zeche Engelsburg. Heute BOGESTRA, 18. September 2005 "Tag der offenen Tür" . http://www.steinkohle-portal.de/content.php?id=193


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