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Auf den Spuren der Kohle

Gerhard Lutter am alten Bergbaustollen Storksbank

Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool

DER WESTEN Wattenscheid, 06.09.2010, Ralf Drews

Wattenscheid. Ohne festes Schuhwerk und einen dicken Stock gegen das wuchernde Grün geht gar nichts. Jeder Schritt zum alten Stollen lässt ahnen, dass man auf dem Weg ist in eine versunkene Zeit. Die aber deshalb nicht in Vergessenheit geraten ist, weil jemand die Erinnerung aufrecht erhält – an die Bergbau-Vergangenheit dieser Region.

Gerhard Lutter hat in dem Garten, nur wenige Meter von seinem Haus und der Tennisanlage am Ahbach entfernt, Historisches auferstehen lassen. Irgendwo dort musste sich der alte Stolleneingang Storksbank befinden: Das hatte er nach dem Studium historischer Unterlagen herausgefunden – und wurde bei seiner Suche schließlich fündig. Von 1735 bis 1835 war von dort aus nach Kohle gegraben worden.

Nur noch Reste deuteten auf die alte Stollenmündung hin, die Lutter schließlich in akribischer Klein- und Handarbeit wiederherstellte. Dichtes Grün hat mittlerweile das von zahlreichen Senken und alten Gleisresten durchzogene Gebiet erobert – der Bergbau hat seine Narben hinterlassen. Wer sich nicht auskennt, sollte deshalb keinesfalls den Weg verlassen.

Die Bergbaugeschichte im Bereich Höntrop und Eppendorf liegt dem Zechenexperten und Heimatforscher, einst Postbeamter, ganz besonders am Herzen. „Auf einem Bergmannsfest der 1961 stillgelegten Zeche Engelsburg ergab sich die Gelegenheit, Bücher über den Bergbau in Wattenscheid einzusehen“, erinnert sich der 75-Jährige.

Seine Recherchen ergaben, dass der Stollen Storksbank unweit seiner Wohnung liegen musste. Die Grabungen im Garten förderten schließlich in der Nähe des Ahbachs den Eingang zu dem mittlerweile verfüllten Stollen zu Tage. Angespornt durch diesen Fund nahm er auch die Umgebung unter die Lupe und fand schließlich unter Mithilfe vieler Fachleute immer weitere Zechen-Relikte. Auch dadurch entstand die Idee, den Bergbauwanderweg samt Infotafeln in Wattenscheids Süden anzulegen. Der Wattenscheider Heimat- und Bürgerverein – Lutter ist Vorstandsmitglied – hatte die Umsetzung dieses Projektes schließlich in den 90er Jahren in Angriff genommen.

Und das Thema Kohle lässt Gerhard Lutter nicht los. Derzeit ist er auf der Suche nach alten Lochsteinen im Bereich des Bergbauwanderwegs – „das sind steinerne Zeugen der Zechengeschichte“. Diese will er per Infotafel in den Wanderweg mit einbeziehen. Solche Steine kennzeichneten früher über Tage die Grenzpunkte eines Bergwerksfeldes, in dem Kohle abgebaut wurde.

Nach Abernten der Felder speziell in Höntrop, Eppendorf und Weitmar sucht er nun erneut die Bereiche mit Karten der Eon-Grubenfeldbesitzer und des Oberbergamtes ab. Ein so genannter Mutungsstein „Storksbänker Einigkeit“ befindet sich im Heimatmuseum Helfs Hof.